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Vermessungssache: Sehtest und Glaszentrierung

Voraussetzung für Ihre neue, optimal unterstützende Brille ist der Sehtest. So überprüfen und erfahren Sie Ihre Augenwerte, um später problemlos sehen zu können. Aber auch wenn Sie noch kein Brillenträger sind kann ein Sehtest helfen. Kopfweh, brennende Augen und Müdigkeit können darin begründet sein, dass Sie ggf. eine Sehhilfe, sprich Brille, benötigen.


Sehtest und Glaszentrierung

Ob routinierter Brillenträger oder nicht – ein Sehtest ist sowohl für Brillenträger als auch für Nicht-Träger sinnvoll. Da sich die Sehstärke schleichend verändert ist alle ein bis zwei Jahre ein Routine-Check für alle Brillenträger wichtig.

Aber auch Personen ohne Brille, die häufig an Kopfschmerzen, gereizten brennenden Augen oder Ermüdung leiden sollten einen Sehtest in Betracht ziehen. Eine nicht wahrgenommene Sehschwäche kann ein Grund für diese Symptome sein. Offensichtlichere Hinweise für die Notwendigkeit eines Sehtests sind das Gefühl, dass das Sehen sehr anstrengend ist, Gegenstände und Personen, die nicht mehr deutlich zu erkennen sind oder verschwimmende Buchstaben beim Lesen.



Inhalt


1. Der Sehtest – Schritt für Schritt erklärt

Der erste Weg bei der Sehwert-Bestimmung führt in den sogenannten Refraktionsraum. Ausgebildete Augenoptikerinnen und Augenoptiker bzw. Meister-Optiker untersuchen Ihre Augen mit Hilfe modernster Technologien. Gemeinsam mit dem Optiker finden Sie dann heraus, ob Sie eine Brille benötigen bzw. eine neue Sehhilfe benötigen. Schritt-für-Schritt werden dann Ihre Sehwerte ermittelt.


A. Die Vormessung

Liegen keine Werte von einer alten Brille, Brillenpass oder Ähnlichem vor, führt der Augenarzt oder Optiker zunächst eine Vormessung durch, bei der Anhand eines Autorefraktometers über Infrarot Strahlen der Brechwert Ihrer Augen ermittelt wird. Hierbei schauen Sie erst mit einem Auge und anschließend mit dem anderen Auge in das Gerät. Das Ergebnis gibt Auskunft über Ihre Sehfähigkeit. Aber auch für den ersten Check der möglichen Sehstärken Veränderung kann eine Vormessung stattfinden.


B. Die Sehstärkenbestimmung

Die eigentliche Bestimmung der Sehstärke findet mit einem Phoropter oder der klassischen Messbrille statt. Hiermit ermittelt der Optiker Ihre Sehschärfe (Visus). Sie erfahren, wie klar und deutlich Umweltkontraste und -konturen von Ihren Augen wahrgenommen werden können. Der Visus ist unter anderem abhängig vom Alter eines Menschen, vom Auflösungsvermögen sowie von der Intaktheit der Netzhaut.




Um die Sehschärfe zu überprüfen, werden Gläser in die Messbrille eingesetzt bzw. im Phoropter gewechselt. Die bekannten Sehtafeln mit Zahlen oder Buchstaben in unterschiedlicher Größe werden dann mit verschiedenen Gläsern angeschaut. Mit einem Frage-Antwort-System (z. B. „Erkennen Sie die Zahlen / Buchstaben in der unteren Reihe?“) sowie Kontrollfragen auf Basis einer Checkliste wird so Ihre Sehstärke bestimmt. Bei dieser Methode spricht man deshalb von einer subjektiven Messung.




Optiker-Wissen: Bei jüngeren Menschen wird die individuelle Sehstärke in der Ferne ermittelt. Bei Kunden ab 40 wird bedingt durch die Alterssichtigkeit auch die Nähe berücksichtigt. Dafür setzt man eine Messbrille auf und bekommt eine Textprobe in die Hand und muss vorlesen.



Checkliste zum Sehtest

    • Gehen Sie möglichst ausgeruht und entspannt zum Sehtest.
    • Sie sollten ausreichend gegessen und getrunken haben.
    • Nehmen Sie sich Zeit für einen Sehtest, machen Sie ihn nicht in Eile.
    • Für Kontaktlinsenträger gilt:
    • 24 Stunden lang vor der Untersuchung keine Linsen tragen.
    • Dauerträger: lieber direkt nach Herausnehmen der Linsen den Test machen.
    • Am besten Sie vereinbaren wenn möglich einen Termin dafür.

2. Die Glaszentrierung & Brillenanpassung

Ebenso wichtig für das optimale Sehen ist die Zentrierung der Brillengläser, nachdem Sie sich für eine Fassung entschieden haben. Für die millimetergenaue Einarbeitung der Gläser müssen zwei Punkte bestimmt werden: der Augenabstand und die Einschleifhöhe. Diese Brillenglas-Zentrierung ist notwendig, damit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Ermüdung oder Unwohlsein vorgebeugt wird. Damit wird auch die einwandfreie Korrekturleistung Ihrer Brille gewährleistet.


Zunächst findet eine Brillenanpassung statt, d. h. die ausgewählte Brille wird auf Ihre Gesichts- und Kopfform angepasst, damit die Gläser die richtige Position vor dem Auge haben. Es werden die Bügel gerichtet und eventuell auch der Nasensteg. Außerdem wird die vertikale Einschleifhöhe ermittelt, das ist die Entfernung von der Pupillenmitte bis zum untersten Glasrand.


Für die exakte Zentrierung der Gläser werden nochmals Messungen durchgeführt. Die Mitte finden – das ist auch beim Brillenkauf bzw. bei der Brillenanpassung ein wichtiger Punkt und bezieht sich in diesem Fall auf die Brillenglas-Zentrierung: Um eine optimale Korrekturleistung zu gewährleisten, muss der optische Mittelpunkt gefunden werden. Das ist der Punkt des Brillenglases, an dem die einfallenden Lichtstrahlen ungebrochen durch die Vorderseite der Gläser treffen. Bei konkaven Linsen also die dünnste und bei konvexen Linsen die dickste Stelle.


Anschließend wird der Augenabstand bestimmt, der die Entfernung zwischen Pupillenmitte und Nasenrücken angibt. Er wird deshalb auch Pupillendistanz (PD) genannt.



Gemessen wird von der Mitte der Pupille bis zur Mitte des Nasenrückens, und zwar für jedes Auge separat, weil Gesichter in der Regel nicht achsensymmetrisch sind. Ihr Augenarzt oder Optiker nimmt dafür einen PD-Stab, ein Pupillometer oder ein Videozentriersystem. Zum guten Schluss werden dann alle Messwerte in Ihren Brillenpass eingetragen.



Optiker-Tipp: Sollte die Brille nach der Fertigung noch nicht perfekt sitzen, können Sie mit der fertigen Brille nochmals beim Optiker die Brille anpassen lassen.


Nun haben Sie alle benötigten Augenwerte ermittelt. Im nächsten Schritt wählen Sie die Brillengläser aus. Lesen Sie mehr im nächsten Abschnitt.


3. Sehtest beim Augenarzt oder beim Optiker?

Viele (potenzielle) Brillenträger stellen sich die Frage, ob ein Sehtest beim Augenarzt oder Optiker die bessere Wahl ist. Vorweg: Sie können ohne Probleme einen Sehtest sowohl beim Augenarzt als auch beim Optiker durchführen. Es gibt jedoch einige Vorteile, die für die jeweilige Option sprechen:


Vorteil Augenarzt: Er überprüft Ihre Augen auch auf mögliche Augenkrankheiten und stellt gegebenenfalls einen medizinischen Befund fest. Im schlimmsten Fall kann er direkt handeln.


Vorteil Optiker: Sie haben nur einen Weg, denn Sie können den Sehtest in der Regel spontan ohne Termin machen und im Anschluss direkt Ihre neue Brille kaufen. Oftmals ohne lange Wartezeiten und großen Aufwand ist dies beim Optiker möglich.



Hinweis: Führen Sie den Sehtest nur dann durch, wenn Sie gesund sind, also keine akuten Erkrankungen vorliegen, und Sie keine Medikamente einnehmen. Das kann die Ergebnisse verfälschen.

Sollte Ihnen ein Absetzen der Medikamente aufgrund einer chronischen Erkrankung nicht möglich sein, weisen Sie den Augenarzt oder Optiker darauf hin, damit er Abweichungen entsprechend beurteilen kann. Auch in der Schwangerschaft kann es zu Schwankungen kommen – es empfiehlt sich daher den Sehtest nach der Schwangerschaft bzw. nach der Stillzeit durchzuführen.

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4. Wie häufig sollte ein Sehtest durchgeführt werden?

Ein Sehtest sollte alle ein bis zwei Jahre durchgeführt werden. Für Kinder gilt: regelmäßige Kontrollen sind wichtig! Durch das Kinderaugen-Wachstum und die stetige und schnelle Veränderung der Sehstärke sollten die Augen auf jeden Fall einmal im Jahr von einem Augenarzt überprüft werden. Aber auch die Brille sollte regelmäßig überprüft werden.



Optiker-Tipp: Spüren Sie trotz Brille Sehprobleme sollten Sie Ihre Sehwerte von einem Optiker oder Augenarzt zeitnah überprüfen lassen.


Eine nicht erkannte Sehschwäche bei Kindern kann Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Aber auch bei älteren Menschen sollte ein solcher Test häufiger durchgeführt werden, da sich das Auge hier schneller verändert.

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